Rhenus AG & Co. KG bekämpft aktiven Betriebsrat

Mit Abmahnungen und Kündigung will die Firma Rhenus Contract Logistics (RCL) GmbH in Mannheim (Firma gehört zum Konzern Rhenus AG & Co. KG) ein aktives Betriebsratsmitglied zermürben und seine Existenz vernichten. Am 14. Dezember 2010 kündigte die Geschäftsleitung Sebastian Cano-Otero, ver.di-Mitglied und Betriebsrat, fristlos.

Die Rhenus AG & Co. KG ist einer der führenden europäischen Logistikdienstleister. Im Jahr 2009 erwirtschafteten 16.500 Beschäftigte einen Umsatz von 3 Mrd. Euro. Am Standort in Mannheim arbeiten in verschiedenen Betrieben insgesamt rund 250 Kolleginnen und Kollegen. Rhenus profitiert davon, dass viele Unternehmen, interne Dienste auslagern und fremd vergeben. Hauptkunden in Mannheim sind z. B. Daimler-Benz, BASF, John Deere, Roche, Birkel und Freudenberg in Weinheim. Niedriglöhne sowie flexible und weitgehend ungeschützte Arbeitsverhältnisse bilden die Grundlage der Gewinnsteigerungen bei Rhenus. Um diese auch zukünftig zu sichern, setzt die Geschäftsleitung offensichtlich auf eine wehrlose und verunsicherte Belegschaft. Nicht ohne Grund ist Rhenus AG & Co. KG aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten und seit dem 01.01.2004 tariflos.

Sebastian ist seit August 2001 bei Rhenus als Lagerarbeiter/Kommissionierer beschäftigt. Im Jahr 2006 wurde er in den Betriebsrat gewählt. Dieser war bislang „gewerkschaftsfrei”. Mitbestimmungsrechte wurden praktisch ignoriert und dem Unternehmen großzügige Zugeständnisse bei der weiteren Flexibilisierung der Arbeitszeiten gewährt. Offenkundige Willkürmaßnahmen von Geschäftsleitung und Vorgesetzten wurden von den meisten anderen Betriebsräten nicht nur geduldet, sondern zum Teil sogar unterstützt.

Sebastian engagierte sich von Anfang an konsequent für die Interessen der Rhenus-Beschäftigten. Wiederholt forderte er die Einhaltung gesetzlicher Regelungen, bessere Bezahlung und geregelte Arbeitszeiten ein. Er kritisierte zunehmende Arbeitszeitflexibilisierung, ungeschützte Arbeitsverhältnisse und Niedriglöhne. Damit zog sich Sebastian nicht nur den Zorn der Geschäftsleitung, sondern auch der Betriebsratsmehrheit zu. In der Folge versuchte die Geschäftsleitung ihn mit Abmahnungen, Drohungen und Versetzungen einzuschüchtern und mundtot zu machen. Die Betriebsratsmehrheit ihrerseits leitete zum Jahresende 2007 beim Arbeitsgericht Mannheim ein – letztendlich erfolgloses - Amtsenthebungsverfahren gegen Sebastian ein.

Bei den Betriebsratswahlen 2010 wurde Sebastian aller Anfeindungen zum Trotz erneut gewählt. Für die Geschäftsleitung war das offensichtlich das Signal, systematisch den Druck auf Sebastian weiter zu erhöhen. So wurden seit der Wahl vier Abmahnungen mit fadenscheinigen Begründungen gegen Sebastian ausgesprochen. Rechtswidrig versuchte die Geschäftsleitung ihn zu versetzen und damit von seinen Kolleginnen und Kollegen zu isolieren.

Am 13. 12. 10 hat die Betriebsratsmehrheit in einer außerordentlichen Betriebsratssitzung, ohne Sebastian anzuhören, dem Antrag der Geschäftsleitung zur fristlosen Kündigung wegen angeblicher Arbeitsverweigerung zugestimmt. Am nächsten Tag erhielt Sebastian die fristlose Kündigung.

Im Kündigungsschutzverfahren brachte der Gütetermin am 17. 1. 11 keine Einigung. Am Donnerstag, 26. 5. 11 um 9:00 Uhr, findet der 1. Kammertermin am Mannheimer Arbeitsgericht (E 7,21) statt.

Sebastian braucht jetzt unsere Solidarität! - Kommt am 26. 5. 2011 zur Gerichtsverhandlung!  

Schluss mit der Hetzkampagne gegen Sebastian, unseren aktiven Betriebsrats- und Gewerkschaftskollegen!

Protestiert bei der Geschäftsleitung und beim Betriebsrat der Rhenus Contract Logistics GmbH in Mannheim gegen die Kündigung!

  • RCL Mannheim GmbH, Geschäftsleitung, z. Hd. Hr. Koch
    Landzungenstraße 17, 68159 Mannheim, Fax: 0621-2999-223
  • RCL Mannheim GmbH, Betriebsrat, z. Hd. Frau Kranhold
    Landzungenstraße 17, 68159 Mannheim, Fax: 0621-2999-204

Infos auch hier: http://rhein-neckar.verdi.de/-/43X

EGB-Demoaufruf-10_09_29

NEIN ZU SPARMASSNAHMEN

VORRANG FÜR BESCHÄFTIGUNG UND WACHSTUM

Machen Sie mit beim europäischen Aktionstag
des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB)
am 29. September 2010 (13:00)

Nehmen Sie an der Euro-Demo in Bru?ssel oder an einer der verschiedenen Veranstaltungen auf nationaler Ebene teil!

Weil Europa durch die Sparmaßnahmen eine Rezession und ein Anstieg der Arbeitslosigkeit droht.

Die Finanzkrise hat Europa in die schlimmste Lage seit den 1930er Jahren gestürzt. 23 Millionen Arbeitsuchende in Europa, Millionen von europäischen Bürgern sind betroffen, leiden unter unsicheren Arbeitsverhältnissen und fast überall nehmen die sozialen Spannungen zu.

Die einzige Antwort der europäischen Regierungen angesichts dieser Situation sind Sparmaßnahmen, die sich jedoch negativ auf den sozialen Zusammenhalt und das Wachstum auswirken werden.

Diese Krise haben nicht wir zu verantworten, die Rechnung muss von den Banken bezahlt werden und nicht von den Arbeitnehmern
Wir sind gegen:

  • Sparmaßnahmen in Europa, Einschnitte bei Gehältern und Renten
  • Prekarisierung und Arbeitslosigkeit jüngerer und älterer Menschen
  • Deregulierung des Arbeitsrechts und sozialen Rückschritt
  • Armut und soziale Ausgrenzung
  • Zunahme der sozialen Ungleichheiten

Wir wollen für die europäischen Bürgerinnen und Bürger, insbesondere die jungen Menschen, aber auch die Rentnerinnen und Rentner, ein sozialeres Europa mit mehr Zusammenhalt
Wir fordern:

  • Zugang zu hochwertigen und sicheren Arbeitsplätzen und zu Ausbildung für alle
  • Garantie einer existenzsichernden Entlohnung
  • starken Sozialschutz als Garant für sozialen Zusammenhalt und Solidarität
  • Wahrung der Kaufkraft
  • Sicherstellung einer optimalen Rentenversorgung
  • allgemein zugängliche hochwertige öffentliche und soziale Dienstleistungen

Wir möchten ein wirklich nachhaltiges Wachstum und fordern daher:

  • Die Einführung einer Finanztransaktionssteuer, um eine öffentliche Investitionspolitik sicherzustellen.
  • Die Entwicklung einer nachhaltigen und dynamischen Industriepolitik, die auf Maßnahmen zur Senkung der Kohlenstoffemissionen basiert.
  • Eine Stärkung der Instrumente für die steuerrechtliche Koordinierung und Transparenz, um Sozialdumping in Europa zu verhindern.

Gegen das Europa der Sparpläne und der Prekarität Für ein Europa der Beschäftigung, der sozialen Gerechtigkeit und der Solidarität

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NICHT AUF UNSEREM RÜCKEN

Die Wirtschaftskrise ist noch lange nicht vorbei: Arbeitsplätze sind massiv gefährdet und mit der schwarz-gelben Bundesregierung sollen die Lasten der Krise wieder uns aufgebürdet werden. Es ist an der Zeit, sich gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf den Rücken der Beschäftigten, Erwerbslosen, RentnerInnen, SchülerInnen und StudentenInnen zu wehren.

Warum? Die Bundesregierung plant eine Gesundheitsreform, bei der ausschließlich die Beschäftigten und Versicherten zur Kasse gebeten werden. Die Arbeitgeber werden verschont. Mit der Einführung der Kopfpauschale würde der Manager den gleichen Krankenkassenbeitrag wie die Putzfrau bezahlen. Das käme einer Zerschlagung des solidarischen Gesundheitssystems gleich.

Zahlreiche Beschäftigte bangen um ihre Arbeitsplätze. Produktionsstandorte werden verlagert oder geschlossen. Der Strukturwandel ist im vollen Gange und muss gestaltet werden. Die Zahl der im Niedriglohnbereich Beschäftigten nimmt dramatisch zu, ebenfalls prekäre Arbeitsverhältnisse. Eine wachsende Zahl von Beschäftigten kann von ihrem Lohn nicht eigenständig leben. Viele Jugendliche werden nach der Ausbildung nicht oder nur befristet und/oder in Teilzeit übernommen.

Die Kommunen reagieren auf die Steuereinbrüche und ihre strukturelle Finanzmisere häufig mit Personalabbau, Gebührenerhöhung und Abbau der öffentlichen Daseinsvorsorge, zu Lasten der BürgerInnen und der Beschäftigten.

Wir fordern:

  • Kein Sparen auf Kosten der Allgemeinheit – die Verursacher der Krise müssen zahlen!
  • Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums
  • Ausbildungsplätze für alle und unbefristete Übernahmen
  • Lohndumping beenden – Gute Arbeit für alle
  • Beschäftigung sichern und Standorte erhalten
  • Strukturwandel sozial-ökologisch vorantreiben
  • Einen gesetzlicher Mindestlohn, von dem man leben kann
  • Bessere Finanzausstattung der Kommunen – mehr Geld für Bildung, Soziales, Ökologie
  • Oben Bleiben – für den Erhalt des Stuttgarter Kopfbahnhofs!
  • Hartz IV abschaffen – Schluss mit der Hetze!
  • Weg mit der Rente mit 67!
  • Gegen Militarisierung der Gesellschaft - Bundeswehr raus aus den Schulen – keine Kooperationsvereinbarungen zwischen Militär und Bildungsministerium
  • Kostenlose gute Bildung für alle
  • Keine Kopfpauschale, sondern ein solidarisches Gesundheitssystem
  • Finanzmärkte entmachten – her mit der Finanztransaktionssteuer!
  • Keine Diskriminierung von Erwerbslosen und MigrantInnen – Null Toleranz gegen Rassismus und Rechtsradikale!

20. März Protestaktion

Samstag, 20. März, Beginn 11:00 bis ca. 13:00 Uhr
Kronprinzenstraße Stuttgart (S-Bahn-Aufgang Stadtmitte)

Abfahrt der Busse in Mannheim um 8:45 Uhr ab Gewerkschaftshaus
Ru?ckkehr voraussichtlich gegen 15 Uhr.

Fu?r Gewerkschaftsmitglieder von IGM und verdi ist die Fahrt kostenlos, ansonsten 10,- bzw. 5 Euro (ermäßigt).

Anmeldung u?ber die Einzelgewerkschaften oder bei Hartmut Siebenhaar 0621/8281046 <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

www.kapitalismuskrise.org

alle teilnehmenden Gewerkschaften

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